Evangelistische Impulse 

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EE-Süd Artikel "Impulse"

Artikel für die Zeitschrift "Impulse"

Ansteckend gesund

- Erfahrungen und Tipps -




 

Die gefährlichste Seuche

In diesen Tagen wird viel über das gefährliche H5N1-Virus gesprochen. Der Tod einer Katze findet landesweite Beachtung, und das Schreckgespenst der Pandemie steht uns beständig vor Augen. Hat man je von „ansteckender Gesundheit“ gehört? Es gibt eine viel gefährlichere Pandemie als die Vogelgrippe: die Sünde. Ausgebrochen ist diese Seuche vor Tausenden von Jahren. Betroffen sind alle Menschen, alle Tiere, die gesamte Schöpfung. Ihre Beziehung zu Gott ist gestört. Der Zorn und der Fluch Gottes sind gefährlicher als alles andere. Und das Heimtückische ist: Wir haben uns daran gewöhnt und nehmen die Sünde und ihre Folgen kaum noch wahr und schon gar nicht ernst. Wer unversöhnt mit Gott stirbt, ist und bleibt für immer verloren.

 

Das Heilmittel

Es gibt ein Heilmittel: kein pflanzliches oder chemisches, sondern Jesus Christus, den einzigen Sohn des lebendigen Gottes. Er hat sein Blut und sein vollkommenes Leben eingesetzt, um die zu heilen, die darauf vertrauen. Die Heilkraft geht so weit, dass die Beziehung zu Gott wiederhergestellt wird. Aus dem Fluch und dem Zorn wird durch Jesu Tod und Auferstehung Segen und Versöhnung. Das ist der Weg zu einzigartiger, ansteckender Gesundheit. Wo Jesus mit seinem Geist in ein Herz einzieht, da zieht Satan mit seinem Gift aus. Gott, der Vater, macht uns in Jesus wieder gesund und holt uns aus der tödlichen Gottlosigkeit. Das ist der Inhalt des Evangeliums.

 

Der Rettungsplan

Die schönste und wichtigste Art der Evangelisation ist, wenn wir zu den Menschen hingehen, ihnen liebe- und verständnisvoll zuhören und dann mit ihnen über unsere Erfahrungen mit Jesus und den Kern des Evangeliums ins Gespräch kommen. Viele Christen wissen, dass ihr Herr sie zu Menschenfischern machen möchte. Sie sind aber bisher sehr wenig mit ihrem Meisterfischer auf Fischfang gewesen. Dieses „Fischen“ meint Menschen für Gott und ihre ewige Bestimmung bei ihm hier und für immer zu gewinnen.

 

Im Einsatz

München, U-Bahn-Station Marienplatz, ein Freitagabend im Februar 2006. Ich bin mit Harald unterwegs. Es ist sein erster Einsatz im Rahmen unseres 13-wöchigen Seminars und sein erster Einsatz dieser Art überhaupt. Jeden Montag treffen wir uns zu einer theoretischen Einheit, an den Wochenenden machen wir praktische Einsätze. Harald ist aufgeregt. Wir beten miteinander. Um uns herum ist reges Treiben. Viele Menschen strömen aus den U- und S-Bahnen oder zu ihnen hin. Einige trinken schnell noch einen Kaffee an einem Bistrotisch der Stehcafés oder füllen einen Lottoschein aus. Manche stehen einfach herum, warten auf jemanden oder wärmen sich auf. Wir stellen uns zu einem Mann mittleren Alters und fragen ihn, ob er uns bei einer Umfrage behilflich sein könne. Er mustert uns und willigt schließlich ein, unsere sieben Fragen über „Gott und die Welt“ zu beantworten. Bei Frage sechs fragen wir nach seinem Namen, er heißt Günter. Wir fragen, ob er wisse, dass er ewiges, sinnerfülltes Leben habe und einmal bei Gott im Himmel sein werde. Er verneint. Er sagt, hoffentlich. Und dass das ja keiner wissen könne. Wir stellen unsere letzte Frage: „Stellen Sie sich vor, Sie müssten heute sterben, und Gott würde Sie fragen: ‚Günter, warum soll ich dich in meinen Himmel lassen?’ Was würden Sie antworten?“ Günter überlegt. Er findet, dass das eine schwierige Frage ist. „Im Wesentlichen bin ich immer ein guter Mensch gewesen“, sagt er schließlich. „Und ich habe auch irgendwie an Gott geglaubt.“ Dann will er wissen, wie wir zu diesen Fragen stehen. Harald, der heute eigentlich nur zuhören und beten wollte, beginnt seine Bekehrungsgeschichte zu erzählen. Ich schließe mich an. Günter hakt ein, wir erfahren, dass er ganz in Haralds Nachbarschaft wohnt. Er will mehr wissen. Wir geben ihm ein Johannesevangelium und lesen mit ihm Kap. 6 Vers 47 wo Jesus sagt: Wer an mich glaubt hat ewiges Leben. „Wenn du dich Jesus anvertraust, gibt er dir hier und jetzt ewiges Leben“, erklären wir ihm. Günter ist erstaunt und nimmt sich vor, mehr darin zu lesen. Wir tauschen Telefonnummern aus und verabschieden uns. Harald und ich schauen uns an. Ist nicht genau das passiert, wofür wir gebetet haben? Wir wollten erleben, dass wir auf Leute treffen, die von Gott vorbereitet sind, und dass Gott uns im Gespräch führt. Wir haben an diesem Abend noch fünf weitere Gespräche geführt. Harald ist schon viel herumgekommen in der Welt und kann gut Spanisch und Portugiesisch. Wir treffen Amaru, einen 16-jährigen Portugiesen, und Sonja aus Spanien. Harald erzählt ihnen in ihren Muttersprachen von Jesus. Ich bete still und staune über Gottes wunderbare Führungen. Im Hingehen zu den Menschen haben wir genau das erlebt, was unser Herr uns im Missionsbefehl versprochen hat. Er hat uns Vollmacht, Kraft, Mut gegeben, und wir haben seinen Beistand erlebt.

 

Aus schüchtern mach mutig

Im kommenden August 2006 sind es 40 Jahre, seit ich anfing, meinen Glauben nach außen zu bezeugen. Ich hätte nie gedacht, dass ein so introvertierter Mensch, ein so schüchterner Typ, wie ich es bin, ein richtig offensiver Zeuge Jesu Christi werden könnte! Als ich 1969 in Innsbruck zum ersten Mal einen Jugendmissionseinsatz mit 40 jungen Leuten mitmachte, war ich der Einzige, der sich in den Gebetsgemeinschaften nicht getraut hat, laut zu beten. Ich hatte aber begonnen, persönlich einzuladen und erste missionarische Gesprächsversuche zu machen. In den folgenden 30 Jahren war ich jeden Sommer mit Teams in verschiedenen Ländern, vor allem in Westeuropa, in mehrwöchigen Einsätzen unterwegs: als Mitarbeiter, Teamleiter, Evangelist, Reiseleiter, Seelsorger, Menschenfischer und als Trainer in persönlicher Evangelisation. Die meisten Leute, mit denen ich über Jesus gesprochen habe, sind nicht sofort zum Glauben gekommen. Aber immer wieder haben Einzelne einen Anfang mit Jesus gemacht.

 

Es sind ergreifende Geschichten darunter, wie Jesus Menschen angesprochen und gerettet hat. In einem Sommer führten wir unter einem Baum am Strand von Sardinien das Anspiel „Der Film des Lebens“ auf. In einer Kurzbotschaft sprachen wir darüber, wie man rechtzeitig mit Gott in Ordnung kommen kann. Ein junger Mann aus Holland kam anschließend zu mir und berichtete tief berührt, dass er beabsichtigt hatte, sich an jenem Tag an diesem Baum zu erhängen. Er steckte in einer tiefen Lebenskrise. Wir knieten im Sand nieder. Kaspar, der bis dahin völlig atheistisch gewesen war, bekannte seine Sünden, nahm Jesus in sein Leben auf und wurde ein neuer Mensch. Jahrelang blieb ich in Kontakt mit ihm und durfte erfahren, dass Gott ihn deutlich veränderte.

 

Ausbildung für alle

Nahezu jeder, der Jesus kennt, kann sich von ihm als Zeuge ausbilden und gebrauchen lassen. Andreas und Nadja Wittmann kamen für einige Monate nach München. Andreas wollte seine Doktorarbeit schreiben. Im Frühjahr 2004 schrieben sie sich in unserem 13-Wochenseminar zur Ausbildung in persönlicher Evangelisation ein. Trotz des intensiven Studiums investierten sie etwa 50 Stunden für das Seminar. Sie arbeiteten aus, wie sie zu Jesus fanden und wie sie heute anschaulich das Evangelium weitersagen können. Im Februar machten sie einen Besuch in Andreas’ Familie und trafen dort seinen Bruder Wolfgang. Er wollte unbedingt wissen, was sie in dem Seminar lernten. Das war eine gute Gelegenheit, nach dem gelernten Leitfaden das Evangelium zu präsentieren. Wolfgang war tief berührt und machte einen klaren Anfang mit Jesus. Er ist heute einer unserer besten und eifrigsten Zeugen im Chiemgau-Team. Er bildet bereits andere in persönlicher Evangelisation aus. Jeder, der Jesus Christus persönlich kennen gelernt hat, kann ein guter Zeuge dieser Erfahrung werden!

 

In den letzten Jahren habe ich sehr viele evangelistische Gespräche geführt und dabei immer wieder neue Leute mitgenommen. Zusammen evangelisierten wir auf Straßen, in Cafés, auf dem Uni-Campus, in Wohngebieten, in Biergärten, im Olympiapark und im Englischen Garten. Meine Begleiter sind dabei ausgebildet worden in persönlicher Evangelisation.

 

Ich bin überzeugt, dass nicht alle Christen auf die Straße gehen müssen. Evangelisation hat so viele Formen und Stile und ist ein riesiges Feld für Kreativität. Wichtig ist, dass wir uns als Christen mit dem Evangelium hin zu Menschen bewegen, wo immer sie sich aufhalten. Wir brauchen eine Neu- und Wiederentdeckung der Beziehungs-Evangelisation. Es geht darum, Menschen mit der uns von Gott geschenkten Liebe und Kraft zu begegnen und ihnen dann klar und anschaulich die rettende Botschaft von Jesus zu erzählen. Das ist unser Part. Das Entscheidende tut unser Herr auf unser Zeugnis und unsere Botschaft hin durch seinen Geist. Er schenkt Vergebung und ein neues Herz bei denen, die zu ihm umkehren und ihr Leben ihm anvertrauen. Wo immer ein geistlich Toter lebendig wird, ist die Gnade Gottes am Wirken! Unser Herr will seine Rettungsaktionen bis zu seiner Wiederkunft durch uns tun, die wir seine Rettung selbst an uns erfahren haben.

 

 

Praktische Tipps:

 

1.Bete

dass Gott dir seine Sicht und Liebe für Menschen schenkt. Bete um ein volles Herz, das überfließt zu anderen hin. Schau dir die Geschichte vom verlorenen Sohn an (Lukas 15).

Lass dich ergreifen von der Liebe dieses barmherzigen Vaters. Bete namentlich für Menschen, die Gott dir zeigt, dass sie ihn erfahren.

 

2.Erwarte

dass Gott dich als sein Zeuge gebraucht. Viele Christen denken gering über ihre Bekehrung und die Kraft des Evangeliums heute. Mach dir das Motto William Careys zu Eigen: „Erwarte Großes von Gott – unternimm Großes für Gott!“ Vertraue, dass der Heilige Geist in dir wirkt und dich gebrauchen kann, dass andere wie du ewiges Leben bekommen.

 

3.Entwickle

einen geistlichen Lebensstil, in dem die Anbetung Gottes, die Liebe zu den geistlichen Geschwistern und die Weitergabe des Evangeliums einen hohen Stellenwert haben. Schau kurz-, mittel- und langfristig deine missionarischen Möglichkeiten an, nutze sie und baue sie aus.

 

4.Suche die Praxis

Schließe dich einem Team an, das regelmäßig liebe- und verständnisvoll auf Nichtchristen zugeht und mit ihnen klar, deutlich und anschaulich das Evangelium teilt. Nimm an praktischen Einsätzen im In- und Ausland teil. Entwickle einen evangelistischen Lebensstil. Besorge dir ein Sortiment evangelistischer Medien (Bücher, DVDs, Traktate, Neue Testamente, Evangelien) und setze sie gezielt ein.

 

5.Lass dich ausbilden

Jeder Christ kann ein guter und besserer Zeuge werden. Das geschieht nicht automatisch. Besuche Seminare, wo du durch Vorbilder angeleitet wirst, deinen Gaben und Möglichkeiten entsprechend ein guter Zeuge zu werden. Jeder Christ ist ein Zeuge. Einige haben besondere evangelistische Begabungen, laut Gabentests 15-25 %. Bitte Gott, dir deine Gaben zu zeigen. Bring sie in eine Gruppe und eine Gemeinde ein.

 

6.Arbeite multiplikativ

Das ist die effektivste Art der Evangelisation. Nimm andere mit, wenn du evangelisierst. Arbeite mit einem multiplikativen Konzept (z.B. EE). Wenn du einen Fisch fängst, addierst du. Wenn du Fischer ausbildest, multiplizierst du. Über den Dienst „Evangelisation Explosiv“ (EE) kann man sich im Internet unter www.eesued.de informieren.

 

7.Gib großzügig

von dem, was du an Zeit, Kraft und Geld zur Verfügung hast. Sei zuverlässig, regelmäßig und großzügig. Wage auch hier etwas im Glauben. In Phil. 1,3-6 geht es um die Partnerschaft in der Förderung des Evangeliums. Klinke dich ein in Gottes Werk zu Hause und weltweit.

 

8.Rechne mit Widerständen und dem Sieg Gottes

Evangelisation ist geistlicher Kampf. Wir sind keine Fanatiker, die selbst etwas erzwingen wollen. Wir dienen Gott mit Liebe und Zuversicht auf sein Wirken und Eingreifen. Der Zeuge heißt wörtlich „Märtyrer“. In aller Welt wird das Klima für Christen rauer. In der Bibel steht, dass es ein Vorrecht ist, für Christus zu leiden. Sei bereit, was immer auf dich zukommen mag. Am Ende steht Gottes Sieg!

 

Ulrich Hees

ist Pastor und Leiter von EE-Süddeutschland. Er ist verheiratet mit Regina.

 

Evangelisation Explosiv e.V. (EE) ist eine Schulungsarbeit in multiplikativer persönlicher Evangelisation. 2002 wurde ein neues Materialset in Deutsch herausgebracht. EE verbindet in allen mehrtägigen Leiterseminaren Theorie und Praxis. Zum Angebot gehören neben den Leiterseminaren, 13-Wochenseminare, Tagesseminare und Einsätze. Der Dienst wurde vor 40 Jahren von Dr. James Kennedy in Fort Lauderdale (Florida) gegründet, ist heute in 212 Ländern vertreten.











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Leitung: Uli Hees, info@eesüd.de

Was ich dir vor vielen Zeugen als die Lehre unseres Glaubens übergeben habe, das gib in derselben Weise an zuverlässige Menschen weiter, die imstande sind, es anderen zu vermitteln. (2 Tim. 2,2)



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